Design und Farben
Im alltäglichen Leben begegnet uns Design. Schon der morgendliche Weckruf ertönt aus einem
quietsch-gelben Wecker. Die Morgenkaffee wird aus einem formschönen Becher im mehrfarbigen Ringel-Design getrunken
und für das Büro wird eine passende Krawatte zum hellblauen Hemd aus dem Schrank geholt. Kurzum: Farben und Design
spielen in unserem Leben eine entscheidende Rolle. Natürlich fällt uns das nicht bewusst auf. Dennoch beschäftigen
sich Werbetreibende, Designer und Vermarkter sehr intensiv mit Farben, die in uns bestimmte Gefühle oder Stimmungen
vermitteln sollen.
Bereits Leonardo da Vinci befasste sich Mitte des 15. Jahrhunderts und entwickelte den
ersten theoretischen Ansatz zur Erfassung, Verarbeitung und Ein- bzw. Zuordnung von Farbprinzipien. Diese wurden
bis zur heutigen Zeit weiterentwickelt und verfeinert. Im Jahre 1809 zeigte der deutsche Dichter Johann Wolfgang
Goethe in Zusammenarbeit mit Malern einen wegweisenden Farbenkreis, der die physikalische Farbzerlegung und das
Wechselspiel der Farben verdeutlichte. Der Begriff der Farbsynthese wurde geprägt. Seitdem wissen die
Farbtheoretiker, dass das Verständnis der Farbigkeit stets in Harmonie zwischen Hell und Dunkel zu suchen ist. So
symbolisiert zum Beispiel Gelb Freundlichkeit, Wärme und Offenheit wohingegen Blau eine dämpfende, kalte Wirkung
hat. Rot ist meist eine Farbe, die das menschliche Auge als Warnung interpretiert.
Als Primär- oder Grundfarben in der Malerei werden Rot, Grün und Blau angesehen. Später
wurden im industriellen Druck die vier Farben Cyan-Blau, Magenta-Rot, Gelb und Schwarz (kurz CMYK) festgelegt. Für
Bildschirme wie Fernseher oder Computer Monitore gilt der RGB (Rot - Grün - Blau) Farbraum. Eine entscheidende
Rolle zur optischen Wahrnehmung spielen dabei die additive und die subtraktive Farbmischung. Bei der additiven
Farbmischung, unter anderem bei Fernsehen und Computer-Bildschirmen angewandt, werden die drei Grundfarben Rot,
Grün und Blau gemischt. Bei gleichen Anteilen von farbigen Licht (Addition) entsteht der Farbton Weiß. Jede Farbe
die projiziert wird, erscheint in ihrer reinen Farbe, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass diese allein auf die
Projektionsfläche trifft. Kommt es zur Überschneidung der beiden Lichtkegel, entstehen die bunten Grundfarben Gelb,
Magenta (Magentarot) und Cyan (Cyanblau) - die so genannten Grundfarben.
Bei der subtraktiven Farbmischung werden die Anteile der so genannten Lichtfarben reduziert, dadurch
entstehen die Körperfarben.
Farben sind Zeitformen: Jede Epoche, jeder Trend hat seine eigenen Farben. In den 60er und
70er Jahren zu Zeiten der Flower-Power-Generation waren bunte, knallige Farben wie orange, gelb, grün oder rot
angesagt. Dies spiegelte sich auch im Farbdesign der Kleidung oder Inneneinrichtung wider. In den letzten Jahren
hat sich ein Trend zur schlichten Eleganz durchgesetzt. Das Design mit Farben wie schwarz, silber oder glänzenden
Farbtönen haben einen entscheidenden Einfluss auf Werbung und Produktdesign der heutigen Zeit.
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